Schon merkwürdig, die meisten Vereine leihen sich Geld für alle möglichen Zwecke und die Bayrn vergeben einen Kredit von 75 Millionen Euro.Allianz-Arena
Die Stadion GmbH braucht neues Geld
Mehr als 100 Millionen Euro fehlen bei der Finanzierung des neuen Fußball-Stadions - doch die Fertigstellung ist angeblich nicht gefährdet.
Von Stephan Handel
Die Stadion GmbH benötigt für den Bau der Allianz-Arena in Fröttmaning neue Kredite über mehr als 100 Millionen Euro: Zum einen verlangt der FC Bayern ein Darlehen zurück, zum anderen übersteigen die Gesamtkosten den Finanzrahmen der GmbH um 40 Millionen Euro. Die Fertigstellung des Stadions sei jedoch in keiner Weise gefährdet, heißt es aus der Geschäftsführung.
Gesellschafter der Stadion GmbH sind der TSV 1860 München und der FC Bayern – sie haben jeweils eine Million Euro Stammkapital eingezahlt. Die Bayern haben zudem einen Kredit in Höhe von 75 Millionen bereitgestellt. Ein weiteres Darlehen über 225 Millionen kommt von der Eurohypo AG, einer Spezialbank zur Finanzierung von Gewerbe-Immobilien, so dass insgesamt 300 Millionen Euro für den Bau zur Verfügung stehen. Allerdings beträgt der wirkliche Finanzbedarf 340 Millionen.
Der FC Bayern will seine 75 Millionen nun zurück, um sie, so Manager Uli Hoeneß, in „seriösen Finanzanlagen“ unterzubringen. Zusammen mit den 40 Millionen Unterfinanzierung benötigt die GmbH also 115 Millionen an neuen Krediten. Wie die finanziert werden sollen, das, so sagt Bernd Rauch, Sprecher der Geschäftsführung, „müssen die Gesellschafter entscheiden. Deshalb wird ja verhandelt.“ Er glaubt jedoch, im Moment günstigere Zinsen bekommen zu können als beim Baubeginn vor zweieinhalb Jahren.
Mut zur Lücke
Auf 285 Millionen Euro beläuft sich der Generalübernahme-Vertrag mit dem Bauunternehmen Alpine und den Architekten Herzog/de Meuron. Von Anfang an war jedoch klar, dass diese Summe nicht reichen würde: „Eine Lücke war immer da“, sagt Bernd Rauch. Hinzu kommen nämlich Kosten, die über den reinen Bau hinausgehen. Mehr als 20 Millionen Euro kostet zum Beispiel die Einrichtung der Gastronomie, drei Millionen extra die „Markenwelt“ auf der Ebene 3. Dort können Unternehmen auf eigene Kosten Shops einrichten – die Stadion GmbH „schafft die Voraussetzungen dafür“, so Rauch.
Bei den eigentlichen Baukosten habe es kaum Kostensteigerungen gegeben, so Rauch – rund 1,5 Millionen insgesamt, weil etwa beim Telefon- und beim Zugangskontrollsystem ein höherer Aufwand betrieben wurde und weil statt der zunächst vorgesehenen Schalensitze nun doch Klappsitze eingebaut werden. Daran findet Rauch nichts Außergewöhnliches – in der Ausschreibung sei meistens nur von „mittlerer Qualitätsgüte“ die Rede. Darüber hinausgehende Wünsche würden zusätzliche Kosten verursachen.
Insgesamt aber nimmt Rauch für sich in Anspruch, einen „überaus intelligenten Vertrag“ ausgehandelt zu haben: Wenn der Generalübernehmer die verlangte „mittlere Qualitätsgüte“ zu einem niedrigeren Preis als den angesetzten beschafft, dann werde die Einsparung zwischen ihm und der GmbH geteilt. „Durch diese Vereinbarung hat der Generalübernehmer selbst Interesse daran, Kosten zu sparen.“
Wildmoser und die höheren Kosten
Preissteigerungen beim Stadion spielen auch eine Rolle im Korruptionsprozess gegen Karl-Heinz Wildmoser jr., der heute vor dem Landgericht fortgesetzt wird. Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Geschäftsführer der Stadion GmbH vor, er habe sich vom Bauunternehmen Alpine auch dafür bezahlen lassen, höheren Kosten während des Baus wohlwollend gegenüber zu stehen.
Allerdings hatte Wildmoser zur Zeit seiner Festnahme im März 2004 Nachtrags-Forderungen der Alpine in Höhe von 13 Millionen Euro weitgehend wegverhandelt. Kurt Bröckers, einer seiner Verteidiger: „Karl-Heinz Wildmoser hatte nie die Befugnis, Nachträge im Alleingang zu genehmigen – das war immer Sache der Gesellschafter. Die Zahlen belegen, dass er die Alpine nicht bevorzugt hat.“
(SZ vom 15.02.2005)
Naja, vielleicht wollen sie auch den BVB kaufen? (ich weiß, ist laut DFL-Statuten nicht gestattet, aber witzig wär´s schon)
Bei den meisten Vereinen ist ja bekannt wieviel Schulden sie haben, aber mich würde mal interessieren wiebviel Kohle die Bayern so eigentlich haben. Scheint ja nicht gerade wenig zu sein.
Also eines muß man dem Verein lassen, wirtschaften haben sie ziemlich gut drauf. Da macht ihnen kaum einer was vor.









