Verfasst: 17.08.2005, 21:46
halt dich mal zurück ossi...
man kann es sich hier durchaus von anfang an verscherzen...
man kann es sich hier durchaus von anfang an verscherzen...
Etwas anders, und wir bereuen keinen Liter
http://www.anstoss-zone.de/phpBB3/
LOLRangoo hat geschrieben:Du bist der erste Mensch, den ich kenne, der nen Grill mit Internetanschluss hat.Flücksche hat geschrieben:Mir wrd das Ergebmnis immer nur vom Balkon runtzergreerrufen. Scheiße das ich das Spiel nicht gucken kann. Sraeh immer noch am Grill, Scheiße Dunkel aber Ex ist wichtiger.
Rangoo hat geschrieben:Du bist der erste Mensch, den ich kenne, der nen Grill mit Internetanschluss hat.Flücksche hat geschrieben:Mir wrd das Ergebmnis immer nur vom Balkon runtzergreerrufen. Scheiße das ich das Spiel nicht gucken kann. Sraeh immer noch am Grill, Scheiße Dunkel aber Ex ist wichtiger.

Rangoo hat geschrieben:Du bist der erste Mensch, den ich kenne, der nen Grill mit Internetanschluss hat.Flücksche hat geschrieben:Mir wrd das Ergebmnis immer nur vom Balkon runtzergreerrufen. Scheiße das ich das Spiel nicht gucken kann. Sraeh immer noch am Grill, Scheiße Dunkel aber Ex ist wichtiger.
- Hatte ich Recht oder wasspalter hat geschrieben:Die Käsköppe sind viel zu verspielt, das war immer schon deren Problem, sonst hätten sie hier schon höher führen MÜSSEN. Das wird sich in der zweiten Halbzeit rächen, wenn der gewaltige preussische Zug die Tulpendealer überrollt!
Weil Juden die Tore geschossen hatten, tilgten die Nazis das 5:5 gegen die Niederlande von 1912 aus den deutschen Statistiken
Als der Fußball rollen lernte, damals in der guten alten Kaiserzeit, war es noch nicht weit her mit der deutsch-niederländischen Rivalität. Und so wurden die elf jungen Männer, die am 24. März 1912 im Städtchen Zwolle aufliefen, von 18 000 niederländischen Zuschauern freundlich empfangen. "Deutschland"-Rufe mischten sich in den höflichen Beifall, der einer Mannschaft galt, gegen die man nichts hatte, weil sie vermutlich verlieren würde. Wie schon in den beiden ersten Wettkämpfen, die 1910 ausgetragen worden waren.
Diese Mannschaft in den weißen Trikots mit dem schwarzen Adler auf der Brust aber verlor nicht - und als Schiedsrichter Howcroft aus England nach 90 Minuten beim Stand von 5:5 abgepfiffen hatte, da galt der Beifall einzig ihrer Leistung. Selten zuvor waren Fußballfreunde so gut unterhalten worden, das Match war ein Wechselbad der Gefühle.
Die Niederländer schossen das erste Tor, doch binnen 17 Minuten hieß es plötzlich 1:3. Was die Gastgeber zum Zwischenspurt reizte: Nach 65 Minuten führten sie 5:3, am Ende aber spielte nur noch die aus acht Karlsruhern bestehende DFB-Elf. Beim herrlichen Ausgleichstor applaudierten sogar die Spieler der Niederländer. "Ohne jeden Zweifel hat Deutschland einen Sieg verdient... Es wird nicht mehr lange dauern, und Dänen, Holländer und Deutsche sind die besten Vertreter unseres Kontinents", jubilierte eine niederländische Zeitung.
Das furiose Torfestival von Zwolle galt als das beste Länderspiel vor dem ersten Weltkrieg und wurde noch 1930 zum Vergleich herangezogen, wenn nach Superlativen gesucht wurde. Anno 1912 war es das erste Länderspiel, das jemals im Kino gezeigt wurde. Noch ohne Ton natürlich, aber immer wenn Deutschland am Ball war, wurde im Kinosaal die "Wacht am Rhein" intoniert, und das Publikum sang mit.
Daß das Spiel heute völlig in Vergessenheit geraten ist, liegt nicht nur am unerbittlichen Lauf der Zeiten. Es hat noch einen anderen Grund. Den schlimmsten, den die deutsche Geschichte kennt: den nationalsozialistischen Rassenwahn.
Von nun an ist es die Geschichte von Julius Hirsch und Gottfried Fuchs. Die Stürmer des Karlsruher FV erzielten in dieser Partie alle Tore, Hirsch allein vier. Nur drei Nationalspieler haben das jemals überboten - aber nie schaffte einer ein solches Kunststück gegen die Niederländer. Fuchs vollbrachte 1912 noch Fabelhaftes, seine zehn Tore beim 16:0 gegen Rußland bei den Olympischen Spielen sind Allzeitrekord.
Grund genug also, die beiden wie Helden zu verehren. Aber Julius Hirsch, Jahrgang 1892, und Gottfried Fuchs (1889) waren Juden, die einzigen Nationalspieler in der Geschichte des DFB. Als die Nazis an die Macht kamen, erging die Order, alle Juden aus den Statistiken zu streichen. Sie kam direkt von Propagandaminister Goebbels.
So durften die beiden auch nicht in ein Album, in dem alle 392 Nationalspieler seit 1908 aufgeführt waren. Der "Kicker" vollführte in einem 1941 gedruckten Band über den Fußball in der Kaiserzeit einen wahren Eiertanz, um die Verfemten im Bericht über das Zwolle-Spiel bloß nicht zu nennen. Da war von den "weiter links befindlichen Kameraden" die Rede oder davon, daß "ein anderer deutscher Stürmer nun weiter in die Gasse des Erfolgs hinein" drängte. Und: "Der Halblinke ließ wieder das Feuerwerk seiner Schießkunst steigen." Lob für einen Namenlosen.
Während Gottfried Fuchs 1937 nach Kanada floh und 84 Jahre alt wurde, trotzte Hirsch den Schikanen der Nazis. Als er in der Zeitung las, daß Juden aus Sportvereinen ausgeschlossen werden müssen, kam er dem demonstrativ zuvor und meldete sich am 10. April 1933 beim KFV ab, bei dem er noch passives Mitglied war. In seinem Schreiben verwies er darauf, daß es unter den Juden "auch anständige Menschen" gebe und solche, die ihr Herzblut für Deutschland vergossen hätten.
Wie für alle Juden, die im Lande blieben, begann zunächst die Phase des gesellschaftlichen Abstiegs. Hirsch, ehemals Direktor einer Firma für Sportartikel, die Pleite ging, wurde zum Hilfslohnbuchhalter eines jüdischen Unternehmens degradiert.
Im November 1938 besuchte er Verwandte in Frankreich, auf der Rückfahrt sprang er aus ungeklärten Gründen aus dem Zug. Hirsch wurde vorübergehend in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Kaum entlassen, ließ er sich 1939 von seiner evangelischen Frau scheiden, um sie und die beiden Kinder vor Drangsalen zu schützen.
Den Helden von Zwolle aber schützte niemand mehr. Auf seine Anzeige im "Kicker", mit der er sich als Trainer in der Nationalliga bewarb ("Ich glaube ganz bestimmt, Ihre Mannschaft durch meine langjährige ersprießliche Tätigkeit ein Fußballspiel lehren zu können") meldete sich niemand. Beschäftigung verschaffte ihm nur das Tiefbauamt Karlsruhe, als Hilfsarbeiter auf einem Schuttplatz.
Ein wenig Vergnügen bereiteten ihm noch die Spiele des Karlsruher FV, die er verfolgen konnte, weil ein Bekannter ihn trotz des Verbots einschleuste und er sich den Judenstern mit der Aktentasche abdeckte. Bis Februar 1943 wurde er von den 1941 anlaufenden Deportationen verschont, dann kam die Anforderung zu einem "Arbeitseinsatztransport".
Ein befreundeter Lokomotivführer, der wohl zumindest ahnte, wohin die Züge fuhren, wollte ihm zur Flucht verhelfen. Doch Hirsch lehnte ab, noch an die Wende glaubend - wie in Zwolle und in so vielen anderen Fußballspielen des Mannes, der mit Karlsruhe und Fürth zweimal deutscher Meister geworden war. Es kam anders.
Am 1. März 1943 wurde "Juller", wie sie den kleinen Stürmer nannten, in einen Zug gesetzt. Das Reiseziel war Auschwitz. Zwei Tage später schrieb er noch eine Geburtstagskarte an seine Tochter, danach verlor sich seine Spur. 1945 wurde Hirsch für tot erklärt. Er ist der einzige DFB-Nationalspieler, der von seinem Regime ermordet wurde. Die Angehörigen erhielten 1950 eine Entschädigung von 3450 Mark.
Fast 50 Jahre vergingen, bis endlich wieder des Mannes gedacht wurde, dessen Tore für Deutschland nicht sein durften: Im Januar 1998 wurde die Turnhalle eines Gymnasiums in der Nähe von Karlsruhe nach ihm benannt.