Formel 1 - Änderungen zur neuen Saison - nur Siege zählen
Verfasst: 20.03.2009, 13:11
Das mit den Siegen ist echt doof, wenn dann jemand schon 10x gewonnen hat ist die WM quasi gelaufen und er braucht gar nicht mehr fahren um WM - Sieger zu werden, dass Teams mit weniger Kohle mit Vorteilen bedacht werden ist auch sinnlos, weil warum sollen dann große Firmen überhaupt Geld investieren?Die Regel-Umwälzung des Weltverbands liefert der Formel 1 kurz vor dem Saisonstart viel Stoff für neuen Streit. Umstritten ist vor allem die freiwillige Budgetgrenze, die von 2010 an gelten sollen.
So wird es nie wieder sein: Ein Bild aus der guten alten Zeit der Frmel 1. (Bild: dpa)
LONDON - Die Regel-Umwälzung des Weltverbands liefert der Formel 1 kurz vor dem Saisonstart viel Stoff für neuen Streit. „Der größte Schock in ihrer Geschichte“ habe die Motorsport- Königsklasse erwischt, urteilte die britische Tageszeitung „The Times“ am Mittwoch in ihrer Online-Ausgabe. Umstritten ist vor allem die freiwillige Budgetgrenze, die nach dem Weltrats-Beschluss des Internationalen Automobilverbands FIA von 2010 an gelten sollen. Teams, die mit maximal 33 Millionen Euro Jahresetat auskommen, werden demnach mit technischen Vorteilen belohnt. „Das birgt das Risiko, dass das Wesen der Formel 1 auf den Kopf gestellt wird“, warnte der Präsident der Teamvereinigung Fota, Luca di Montezemolo.
Mit dieser Maßnahme und auch der neuen Vergabe des WM-Titels an den Fahrer mit den meisten Siegen geht die Fia wieder auf Konfrontationskurs mit den Teams. Der Weltverband hat die Teamvereinigung Fota erneut übergangen und damit scharfe Kritik provoziert. Auch die Fahrer sind verwirrt. Nick Heidfeld sagt über die bereits kommende Saison geltende Regel, dass alleine die Anzahl der Siege über den Weltmeister entscheidet und die Punkte erst bei gleicher Siegzahl eine Rolle spielen: „Das ist Geschmackssache, aber mein Geschmack ist das nicht, ich fand die alte Regel besser.“ Für noch mehr Unverständnis sorgt bei dem 30-Jährigen die Tatsache, dass ab dem zweiten Platz der WM-Wertung dann wieder die Punktewertung maßgeblich ist. „Das finde ich sinnlos. Es sollte es eine gleiche Bemessungsgrundlage für alle geben, aber keinen Mischmasch.“
„Jedes Mal, wenn wir Änderungen vornehmen, gibt es eine ganze Menge Leute, die sagen: Vergiss es, das wird nicht passieren. Die Wahrheit ist doch, dass wir eine Grenze für alle haben sollten“, konterte Formel-1-Chef Bernie Ecclestone am Mittwoch in London. Urheber der neuen Bestimmungen ist FIA-Chef Max Mosley, Ecclestone gab Grünes Licht. Doch vor allem für die in der Rennserie engagierten Autobauer, die bislang deutlich größere Summen investierten, dürften die mit der Budgetgrenze verbundenen Vorteile für Außenseiter-Teams ein Schlag ins Gesicht sein. „Dies könnte den Ruf der Formel 1 beschädigen, die Grenzen von Sport und Wissenschaft zu überschreiten“, befand der „Daily Telegraph“. Experten stellten infrage, ob die auf das Hightech-Image der Formel 1 bedachten Auto-Hersteller überhaupt bereit seien, künftig in einer „Low-Budget-Version“ mitzufahren.
Der Plan der Fia sieht vor, den Rennställen mit Mini-Etat große Freiheiten bei der Aerodynamik und bei der Motorenleistung zu gewähren. Teams, die weiter mit größeren Budgets operieren wollen, bleiben diese Vorteile im Rahmen des bis 2012 geltenden Regelwerks untersagt. „Da werden sich die großen Teams bald fragen, warum sie 300 Millionen ausgeben“, meinte Ecclestone. Prompt aber kursierte das Gerücht, es handle sich vor allem um einen politischen Winkelzug des Duos Mosley und Ecclestone, um einen Keil in das Lager der Fota zu treiben. Die Teams hatte jüngst Einigkeit gezeigt, Einsparungen versprochen und auf mehr Mitsprache gedrängt. Doch noch sind viele Fragen offen. Wie ist die Einhaltung überhaupt zu kontrollieren? Welche Ausnahmen sind erlaubt? Viel Zündstoff für eine Saison, die ohnehin schon ein Krisenjahr für die Formel 1 ist. Für Fota-Chef di Montezomolo ein Streit zur Unzeit: „Gerade in diesen schwierigen Zeiten müssen wir alles für einen stabilen Regelrahmen tun, ohne ständige Unruhe, die verwirrend für Autobauer, Teams, die Öffentlichkeit und die Sponsoren ist.“ (dpa, sid)

