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Das Halbfinale

Verfasst: 05.07.2010, 09:02
von Lunkens
Di 06.07. 20:30 Kapstadt
Uruguay - Niederlande

Mi 07.07. 20:30 Durban
Deutschland - Spanien

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 05.07.2010, 11:42
von Tim
Umfrage? :effe:

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 05.07.2010, 15:39
von Lunkens
Kann mir das auch nicht erklären, vlt trainiert Marin kacke und Troche ist toll, ansonsten gibts nichts was für ihn spricht.

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 05.07.2010, 23:25
von Tim
Ich denke Kroos wird weterhin als dritter 6er eingesetzt werden und is somit eher khedira ersatz... und rechts würd ich auhc eher marin als troche spielen lassen, aber der jogi sieht's anders...

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 06.07.2010, 20:15
von Stoa
Habt ihr jetzt eigentlich Angst, weil der idiotische Tintenfisch nen Sieg für Spanien vorhergesagt hat? :effe:

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 06.07.2010, 21:08
von Stoa
-Ricken- hat geschrieben:Ich hab das jetzt gerade eben das erste mal von nem Kumpel gehört. Was muss man lesen/gucken damit man damit konfrontiert wird? :D
Einfach nur normale Internet-, TV- oder Zeitungssachen. Dat melden ja ned nur irgendwelche Schmuddelblätter, sondern durchaus auch seriöse Medien wie z.B. http://www.derstandard.at oder auch der SID. Zwar immer mit nem Augenzwinkern, aber der Scheiß Tintenfisch ist eigentlich die letzten zwei, drei Partien immer mal wieder Thema...

€dit: Und was sag ich? Der nächste Keeper mit nem dicken Klops... :D

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 06.07.2010, 21:26
von Respek-Tier nure disch
Der tolle Krake schafft es mittlerweile sogar in die Nachrichtensendungen von ARD und ZDF.

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 12:36
von Lunkens
Ui,ui bin sogar etwas nervös, aber wenns so läuft wie es müsste, wird Spanien Deutschland einfach totpassen, nen 1:0 machen und ganz lässig runterspielen.

Nen Finale Niederlande - Deutschland wäre aber schon ziemlich geil.

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 12:42
von mash
Ich bin auch richtig heiß auf das Spiel.

Spanien hat mich bisher noch nicht richtig überzeugt. Villa und Iniesta auf den Flügeln ziehen auch zu oft in die Mitte, wo eh schon Xavi und Torres stehen. Das klappt bei uns besser. Halte die nicht für unschlagbar. Sollte ein Spiel auf Augenhöhe werden.

Schlüssel ist m.E. wie der rechte Flügelspieler bei uns offensiv klarkommt. Capdevilas Abwehrseite ist bei Spanien die Schwächere, da werden Lahm und Kroos (?) ihre Chancen bekommen.

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 13:13
von Lunkens
Statt Trochowski ging ja auch Özil auf Rechts, da er schneller ist als Kroos und Kross in die Mitte. Cacau wäre auch guter Müller-Ersatz weil schnell, kann aber nicht so richtig gut flanken.
Des Weiteren gibts wohl Leute die Boateng rausnehmen würden und Jansen rein, weil der mehr Druck macht und das angeblich die Schwachstelle der Spanier ist. Wäre mir wat zu riskant :)

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 13:41
von mash
Ehrmantraut hat geschrieben:das soll ja auch so sein, dass die offensiven außenspieler nach innen ziehen. alles andere macht bei spanien keinen sinn
Naja, dass Iniesta sich fast dauernd in der Mitte aufhält, kann von del Bosque nicht so gewollt sein. Aber Navas und Silva konnten ja bisher nicht überzeugen, deshalb fehlen da auch ein bißchen die Optionen.

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 15:50
von mash
Troche wird laut BILD und Express spielen.

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 16:03
von mash
BILD ist in Sachen Nationalmannschaft immer sehr gut informiert.

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 19:33
von Stoa
Ehrmantraut hat geschrieben:das soll ja auch so sein, dass die offensiven außenspieler nach innen ziehen. alles andere macht bei spanien keinen sinn
Dann sollen aber auch die Außenverteidiger sich in die Offensive einschalten, sodass ned alles durch die Mitte läuft. Hab ich bei Spanien nicht zu oft gesehen (hab aber auch ned viele Spiele von denen gesehen) und bei den Brasilianern hab ich das auch einige Male of vermisst, als die einfach die Pille dauernd durch die Mitte gespielt ham, wo etwa 2000 Leute waren, während die Außenverteidiger entweder ned gesehen wurden oder hinten geblieben sind.

Ihr braucht heute ne Inter-esque-Leistung. Hinten dicht machen, die Spanier bis zur und an der Mittellinie spielen lassen und Bälle auf Villa verhindern. Dann sehe ich das für euch eigentlich positiv. Wenn Villa zu viele Chancen kriegt wird's nix... ;)

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 22:51
von Intruder
Wie 2008 muss man wieder mal anerkennen, das Spanien uns klar überlegen war. Unglaublich Ballsicher und schnell in der Kombination. Aber wir haben keinen Grund uns zu grämen, wir waren die beste Mannschaft im Turnier und wenn man 2-4 Jahre weiterdenkt, dann bin ich sehr hoffnungsvoll für unsere Manschaft.

Ein tolles Turnier Deutschland, dass kann uns keiner nehmen!!!!!!!!!

:)2 :)2 :)2 :)2

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 23:03
von Intruder
Rangoo hat geschrieben:Du bist so ne Art Turing-Test mit Fußball-Phrasen, oder?

Na wenn du das sagst, dann ist es ja sowieso egal...

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 23:13
von Bobby
Nach dem Spielverlauf brauch man nicht enttäuscht sein. 2 mal aufs Tor schiessen reicht einfach nicht.
Aber die Spielart der Spanier is auch zum kotzen. Passen sich 100.000 mal den Ball zu und es bringt einfach niiiix.
Das entscheidende Tor nach einer Ecke is schon seltsam.

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 23:20
von Stoa
Ehrmantraut hat geschrieben:krass, ich find gerade dass z.b. ramos und maicon fast in einer tour marschiert sind. rein taktisch haben beide teams das m.E. recht gut gelöst...
ich muss ja zugeben, dass ich von der WM ned viele spiele gesehen hab. Aber grad in dem einen, wo Maicon dieses Ding da aus spitzem Winkel gemacht hat, ham die Brasilianer sicher 70 Minuten ohne Flügel gespielt. Dauernd nur durch die Mitte, wo die Verteidiger standen. Ähnlich wie auch heute wieder Iniesta. Es ist ja schon gut, wenn ein Außenstürmer (oder wie auch immer man das nennen will) nach innen zieht, aber wenn er das in 99,9% der Fälle macht und bei dem 0,01% ne Flanke ins Seitenaus auf der anderen Seite schlägt, dann ist das nicht wirklich gefährlich. Zumal Iniesta eigentlich immer abgedreht hat und dann eher wieder nach hinten gelaufen ist (mit dem Ball). Es gab eine oder zwei Situationen, wo dann mal nen Verteidiger nachgerückt ist, aber das war meistens rechts und halt auch sehr abhängig von guten Pässen von Xabi&Xavi...

Und an dem Gegentor war gar nix komisch. Wenn ich bei nem Eckball 6 Mann im und am 5er stehen habe, die in der kompletten Zeit, die der Ball von der Fahne bis vor's Tor braucht, zusammen sich ned mal insgesamt nen halben Meter bewegen, darf ich mich ned wundern, wenn die alle ohne Mann rumstehen und zwei Spanier sich am 11er-Punkt auswürfeln können, wer denn jetzt die Bude macht... ;)

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 23:24
von Tim
verdient verloren, genau wie 2008... schade!

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 23:30
von Bobby
Das find ich auch zum kotzen :D

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 23:36
von Tim
Ehrmantraut hat geschrieben:
Bobby hat geschrieben:Aber die Spielart der Spanier is auch zum kotzen. Passen sich 100.000 mal den Ball zu und es bringt einfach niiiix.
das bringt immerhin soviel dass
a) der gegner ständig nur hinterherrennt und müde wird
b) der gegner demoralisiert wird, weil er chancenlos ist und das auch merkt
c) der gegner keine chance hat selbst anzugreifen
wenn man das dann so geduldig und routiniert spielt wie die spanier ist das ziemlich perfekt.
ist ungefähr dasselbe sich über perfekte italienische defensivarbeit zu beschweren, weil die rein destruktiv sei.
so ungern ich es tue, aber da muss ich ehre mal recht geben, was die spanier da gespielt haben war schon gut, und vor allem effektiv!

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 23:42
von Stoa
Du hast schon recht mit der Defensivtaktik der Gegner, aber schlussendlich isses dann doch hirnrissig, wenn ich praktisch die ganze Zeit nur durch die Mitte spiele, wo eh schon alles voll ist mit Verteidigern und eigenen Spielern. Und mit Ramos haste sicher recht, aber mir fehlt da irgendwie, dass die richtig ins Spiel eingebunden sind. Wenn Ramos mal was getan hat, dann war das nach nem großartigen Pass in den freien Raum (zweimal glaub ich von Alonso), und da biste halt extrem abhängig von Einzelnen.

Warum nicht auch mal den Flügelstürmer draußen lassen, sodass der Verteidiger von hinten kommen kann und bisserl mit dem Außenstürmer zusammenspielt. Das habt ihr teilweise (grad gegen Schluss über links) echt besser gemacht, auch wenn das nix heißt, weil das halt echt nur 3 oder 4 Situationen waren, wo mal über die Flügel kombiniert wurde...

Iniesta hat mich heute an Ryan Babel erinnert (ned von der Qualität oder sonstwas natürlich), aber der scheint auch nen GPS-Empfänger implantiert zu haben, der ihm sagt, dass er nur bis zum Eck vom 16er Richtung Torlinie rennen darf und dann abdrehen muss. Ich versteh das nicht.

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 07.07.2010, 23:55
von Stoa
Naja, ich denk wir müssen uns wohl drauf einigen, dass wir uns nicht einig sind, wobei wir das grundsätzlich ähnlich sehen. Ich find einfach nur, dass die Spanier das zu wenig über die Flügel spielen.

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 08.07.2010, 08:57
von Lunkens
Was ich bissel enttäuschend fand, dass man nicht richtig in die Zweikämpfe gangen ist, Troche stand immer 6m von jedem Gegenspieler weg und insgesamt keine "Aufwachen ihr Würste"-Fouls, da hätte abundzu mal hinlangen sicher etwas gebracht.
Fürn Halbfinale war das bißchen zu nett alles. Na ja, aber null Chance gehabt.

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 08.07.2010, 09:28
von mash
Lunkens hat geschrieben:Was ich bissel enttäuschend fand, dass man nicht richtig in die Zweikämpfe gangen ist, Troche stand immer 6m von jedem Gegenspieler weg und insgesamt keine "Aufwachen ihr Würste"-Fouls, da hätte abundzu mal hinlangen sicher etwas gebracht.
Fürn Halbfinale war das bißchen zu nett alles. Na ja, aber null Chance gehabt.
Ja, das hat vor allem auch gegen Argentinien sehr viel besser geklappt. Glaube die Jungs hatten einfach die Hosen voll. Wie man mit Viererkette richtig verteidigt hat uns Spanien ja in den letzten 20 Minuten vorgeführt. :D

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 08.07.2010, 10:49
von mash
Hier mal was für holsten und tim:

http://www.bild.de/BILD/news/2010/07/07 ... winnt.html

:D

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 08.07.2010, 10:51
von mash
Rangoo hat geschrieben:Eckbälle haben ja jetzt nur bedingt was damit zu tun, ob man mit Viererkette spielt. ;) Und wirklich gefährlich waren die Spanier eigentlich auch nur viermal. Gut, das sind drei Gelegenheiten mehr als wir hatten, aber überragend isses auch noch nicht. ;)
also ich fand das schon sehr beeindruckend. wäre m.E. auch nur ne frage der zeit gewesen, bis spanien aus dem spiel heraus trifft.

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 08.07.2010, 12:05
von Bobby
mash hat geschrieben:
Rangoo hat geschrieben:Eckbälle haben ja jetzt nur bedingt was damit zu tun, ob man mit Viererkette spielt. ;) Und wirklich gefährlich waren die Spanier eigentlich auch nur viermal. Gut, das sind drei Gelegenheiten mehr als wir hatten, aber überragend isses auch noch nicht. ;)
also ich fand das schon sehr beeindruckend. wäre m.E. auch nur ne frage der zeit gewesen, bis spanien aus dem spiel heraus trifft.
Ja, so 500-600 Minuten :D

Re: Das Halbfinale

Verfasst: 08.07.2010, 14:25
von Lunkens
Mal verliert man, mal gewinnen die anderen...
Wie konnte es passieren? Über die Ursachen des deutschen Scheiterns im Halbfinale

Am Mittwoch war Schluss. Der Geist Franz Beckenbauers schwebte über Löw, aber dann musste sich der Mann, der Jogi heißt, doch dem Dämon Berti Vogts geschlagen geben. Männer weinten. Massen schwiegen. Das Land erschrak: Deutschland war wirklich ausgeschieden.

Mit der ehrenvollen Niederlage gegen Spanien vollendet sich der unsterbliche Ruhm des diesjährigen deutschen WM-Teams. Die Three Lions fehlen zwar auf dem deutschen Trikot, aber den britischen Song "Three Lions on the shirt", die beste Fußball-Hymne aller Zeiten, können die Deutschen jetzt auch voller Stolz und Liebe mitsingen: "Football's coming home".

Alle ganz großen Teams scheitern bei der Weltmeisterschaft. Sie verlieren den Jules-Rimet-Pokal und gewinnen unsterblichen Ruhm: Die Ungarn 1954, die Deutschen 1970, die Holländer 1974 und 1978, die Brasilianer 1982, die Spanier 1986, die Engländer 1990, die Portugiesen 2006. Nur Brasilien 1962 und den Franzosen 1998 glückte die Ausnahme. Der erwähnte Song erzählt im Prinzip nichts anderes, als eine Liebesgeschichte. Die von der Liebe zu deiner Mannschaft trotz dem immer wieder scheiternden Versuch, zu gewinnen. Das ist die Lektion, um die es im Fußball geht: Nicht siegen, sondern Niederlagen hinnehmen, zivilisiert und mit Anstand scheitern. So ist es vielleicht höhere Gerechtigkeit, dass am kommenden Sonntag die beiden Länder unter den großen Fußball-Nationen im WM-Finale stehen, die bislang die unangefochtenen Weltmeister des Scheiterns waren.

Gelauer und Feinmechanik

"Spain I think is a more difficult opponent" - Franz Beckenbauer hatte kaum überraschend wieder mal recht gehabt. Man hat es gleich gespürt, schon in den ersten fünf Minuten war alles klar, war die große Überlegenheit Spaniens in das Spiel eingeschrieben und blieb nahezu unangefochten. Die Deutschen waren von Anfang an paralysiert, spielten wie das Kaninchen vor der Schlange. Spanien dagegen: hochkonzentriert, selbstbewusst, dabei gelassen.

Deutschland sei eine Turniermannschaft heißt es gern. Gestern konnte man sehen, was wirklich eine Turniermannschaft ist. Nichts mehr zu spüren - aber das war von vorn herein erwartbar gewesen - von dem statischen Spiel gegen Paraguay, wo sie selbst nervös waren. Stattdessen Fußball im Kung Fu Stil - Nutze die Kraft des Gegners. Moderner Fußball ist feinkonstruiert wie ein Uhrwerk, und das spanische lief nahezu perfekt.

Nach dem Wahnsinnsgelauer der ersten Minuten, schon in Minute 6 die erste große Chance der Spanier. Dann weiter Rasenschach, in dem sich Spanien zentimeterweise nach vorn arbeitete, die Deutschen zu spät verteidigten, tief standen, aber den Raum vorne kaum bespielten. Spanien entwickelte ständige Überlegenheit. Und die war nicht nur deutsche Schwäche, die Spanier bewiesen, dass man einen Gegner auch zu Fehlern zwingen kann.

Und es gelang: Die Deutschen spielten nicht nur zunehmend mutlos, sie spielten vergleichsweise viele Fehlpässe, sie hinterließen insgesamt ein Vakuum im Mittelfeld. Podolski war in einem seiner besten WM-Spiele so oft hinten, wie noch nie. Er musste aushelfen gegen Ramos, den offensiven rechten Außenverteidiger, der wieder so glänzte wie gewohnt und Lahm zeigte, was auf diesem Posten wirkliche Weltklasse bedeutete, ihn völlig in den Schatten stellte. Lahm war nicht gut, Schweinsteiger schon, aber auch er stand im Schatten: Gegen Iniesta und Xavi fast nur Verteidigungsarbeit, keine Gelegenheit zur Offensive. Der große Puyol machte, unabhängig vom Tor, eines der Spiele seines Lebens: Klose bekam in seinem vorletzten WM-Spiel keine einzige Torchance. Puyol ist ein Verteidiger, wie sie früher im halben Dutzend im deutschen Team spielten. Weckt Erinnerungen an die Mannheimer Schule - "Isch mach Disch platt" - aber mit Technik.

Haben die Deutschen alles getan?

Kann man sagen: Die Deutschen haben nicht alles getan? Löw sprach in ersten Statements von "manchen Hemmungen..." Und "letztendlich hat Spanien auch toll gespielt." Alles richtig. Aber, wenn man das nicht als Schicksalsschlag akzeptieren möchte: Was was hätte man tun sollen? Kroos zeigte sich als klare Bereicherung. Fast ein Müller-Ersatz. Im Nachhinein kann man sagen: Er hätte spielen sollen. Man hätte etwas kampfstärker auftreten müssen, schlicht gesagt: Etwas mehr foulen, Karten riskieren. Mehr Pressing, Forechecking. Die Deutschen wollten stattdessen kontrolliert spielen, Druck aufbauen, und als das nicht geklappt hat, sind sie zu früh eingeknickt, haben nicht mutig genug nach vorne gespielt. Erst im letzten Spieldrittel dann der Mut der Verzweiflung. Löw wechselte, als spürte er: eine Verlängerung würde sein Team sowieso nicht überstehen. Dann eine kurze, knapp 5-minütige Drangphase der Deutschen. Es war klar: It's now or never! Dann Puyol: Never!

Die Spanier waren dagegen sie selbst, wie sie es noch nie gewesen waren in diesem Turnier: Direkte Pässe, die butterweich durch die Tiefe des Raums schnitten. Der Erfolg war nur eine Frage der Zeit, und voller Gelassenheit warteten die Spanier auf ihren Moment. Sie boten auch einen Beleg für die Beobachtung, dass gute Mannschaften die Prinzipien des Handballs übernommen haben: Kreisläufe, Power Play, schnelle Vorstöße.

Demut statt Hybris: Wer mag schon Siegfried?

So verlor der Musterschüler gegen seinen Lehrer. Die Niederlage hat auch ihr Gutes: Demut. Sie zerstört nach Deutschlands zweiwöchigem Drunter- und Drübergang die Illusion, dass Willenskraft allein schon alles Mögliche möglich macht (siehe Alles ist doch nicht möglich. Und die Hybris kam vor dem Fall: Das viel zu frühe Capitano-Gelaber des Ersatzkapitäns Lahm ist zwar in der Sache richtig, aber nicht der Zeitpunkt.

Trotzdem hat das deutsche Team belegt, dass sich mit dem Prinzip Gleichheit statt Führertum, mit flachen Hierarchien schöner spielen und nicht weniger erreichen lässt als mit altem deutschen Fußball-Autoritarismus. Niederlagen, auch unverdiente, auch Eingriffe der Hand Gottes, gehören zum Fußball. Sie sind es, die aus ihm ein Drama machen. Wer mag schon Siegfried? Darum war Uruguays Sieg gegen Ghana auch eine Form höherer, übermenschlicher Gerechtigkeit. Sie setzte den Zufall und die Freiheit wieder in ihr Recht.

Im Spiel Spanien-Deutschland war ein Eingriff Gottes gar nicht erst nötig. Jetzt können die Deutschen wählen, ob sie mit dem Favoriten Spanien ziehen, oder mit dem Underdog Holland jubeln, der sich schon in seiner Nationalhymne "von deutschem Blut" ableitet, und so deutsch spielt, wie die Deutschen holländisch. Deutsche halten zu Holländern. Wow! Die Dinge normalisieren sich. Wie schön.