Die Konsolen-Revolution
Verfasst: 01.01.2005, 20:55
Ich bin gerade über einen sehr interessanten Artikel bei Chip gestoßen und den wollte hier mal für die Konsolenfreunde posten:
Ich besitze ja selber ne PS2, allerdings spiele ich doch viel mehr am PC, trotzem verfolge ich auch die Konsolen und mal schauen wenn die Preise mal weniger werden und einige geile Games draußen sind, ob man sich eine holt. Ich denke bei der Konfig werden die Konsolen nicht ganz so schnell vom PC überholt wie das bei den jetzigen Konsolen passiert ist.Die Konsolen-Revolution
Sony, Microsoft, IBM, Toshiba, NEC, Samsung – die Liste der Firmen, die an der Entwicklung der Next-Generation-Konsolen beteiligt sind, liest sich wie das Who’s who der IT-Branche. Die kleinen Spielekisten á la Xbox oder Playstation sind längst Prestige-Objekte großer Weltkonzerne geworden. Und das nicht ohne Grund: Ein Konzern allein kann die enormen Kosten nicht stemmen, die die Entwicklung einer neuen Konsole verschlingt.
Playstation 3: Supercomputer im Wohnzimmer
In Sonys kommender Konsole Playstation 3 wird ein „Cell“ genannter Prozessor mit mindestens vier Kernen zum Einsatz kommen – Sony, Toshiba und IBM entwickeln ihn gemeinsam.
Der Cell-Prozessor ist skalierbar und wird deshalb künftig auch PCs, Handys, MP3-Player und PDAs antreiben. Außerdem kann die CPU im Verbund mit anderen Cell-Prozessoren betrieben werden – was die Performance deutlich erhöht; in Servern und Supercomputern wird dieses Verfahren bereits mit Erfolg praktiziert.
Welche Vorteile bringt die Cell-Technologie für Anwender? „Die Grafikqualität der Playstation 3 wird besser sein als alles, was wir heute kennen“, meint Richard Doherty, Marktanalyst und Visualisierungsspezialist aus den USA. CNN-Berichten zufolge hat die Grafikkartenschmiede Nvidia bereits vor über einem Jahr starkes Interesse an der Entwicklung des Playstation-3-Grafikchips signalisiert. Sony-nahe Manager und Ingenieure aus Japan sind aber nach wie vor der festen Überzeugung, dass Sony die Grafiklösung ohne Partner im Alleingang entwickeln wird.
Kenshi Manabe, Vizepräsident der Sony Semiconductor Division, ist sich schon jetzt im Klaren darüber, dass sogar DDR2-Speicher zu langsam ist für die Playstation 3. „Wir brauchen enorm schnellen Speicher mit einer sehr hohen Taktrate“, so Manabe. XDR-RAM von der Speicherentwicklungs-Firma Rambus, das nach neuesten Informationen eingesetzt werden soll, erfüllt diese Ansprüche mit seiner enormen maximalen Bandbreite von 51,2 GByte pro Sekunde. Zum Vergleich: DDR2-533-RAM schafft 8,5 GByte/s. XDR-RAM überträgt pro Taktzyklus zudem acht Datenpakete (DDR2-533: zwei Pakete) und läuft mit einer Taktfrequenz von bis zu 800 MHz (DDR2-533: 266 MHz) – XDR-Speicher wird jedoch erst ab Mitte 2005 marktreif sein.
Als Medien dienen der Playstation 3 voraussichtlich keine DVDs, sondern Blu-Ray-Discs (BD). Deren Vorteil: Bis zu 50 GByte passen auf einen Rohling – dank des blauen Lasers, der eine kürzere Wellenlänge besitzt und somit exakter ausgerichtet werden kann als roter Laser. Mehrere Spiele-Entwickler erwarten zudem, dass man zum Abspeichern von Spielständen Memory Sticks verwenden kann und deshalb keine Festplatte in der Playstation 3 verbaut sein wird.
Der Zeitplan bis zum Release der Konsole dürfte feststehen: Sony wird wohl am 31. März 2005 auf einem eigens dafür ausgerichteten Event in Japan nähere Details zur Playstation 3 preisgeben. Bis dahin erteilt der Konzern keine Auskünfte. Es wird noch darüber spekuliert, wie viel die Konsole kosten wird – umgerechnet 400 bis 550 Euro gelten als realistisch. Warren Jenson, Finanzchef von Electronic Arts, vermutet, dass die Playstation 3 im ersten Quartal 2006 auf den Markt kommt. Damit würde sie ein halbes Jahr nach der Xbox 2 (Codename „Xenon“) erscheinen, die für den Herbst 2005 erwartet wird.
Fakts:
CPU: 2-4 Cell-CPUs (mehrere Kerne; 2,5 bis 3 GHz)
Grafik: synthetisch (nicht näher spezifiziert)
RAM: evt. 256 MByte; XDR-RAM
Sound: 6 - 8 Kanäle (DTS, evt. Dolby Digital)
Schnittstellen: W-LAN, LAN, Breitband-Modem
Laufwerke: Blu-Ray-Laufwerk, vermutlich keine Festplatte
Xbox 2: Eng verzahnt mit Windows Longhorn
Der Kampf ums digitale Wohnzimmer findet dank Microsofts Xbox 2 in Zukunft auch auf Konsolenebene statt: Nicht nur, dass der Windows-XP-Nachfolger Longhorn Xbox-2-kompatibel sein wird. Per Windows-Media-Connect-Software wird die Konsole als waschechter Media-PC ins Heimnetz eingebunden.
Und: Von der Xbox 2 soll es drei Versionen geben, hat ein Microsoft-naher Wirtschaftsanalyst durchblicken lassen. Unklar ist bislang, ob die Xbox 2 obendrein als Videorecorder genutzt werden kann, Microsoft möchte sich dazu noch nicht äußern. Dean Lester, Chef von Microsoft Games, stellt jedoch in Aussicht, dass „sämtliche Eingabegeräte der Xbox 2, wie etwa Gamepads oder Joysticks, auch an Windows-PCs funktionieren werden“.
Das Innenleben der Xbox 2 wird dem Vernehmen nach opulent ausfallen: Ein von IBM im 65-nm-Verfahren gefertigter PowerPC970-Prozessor mit 3,5 GHz und drei Kernen soll das System antreiben. Pech für Intel: Auch Microsoft hat sich, wie Konkurrent Sony (Cell-CPU), gegen einen x86-Prozessor entschieden. Und das, obwohl das Herzstück der Xbox 1 eine Celeron-CPU von Intel war.
Besonders interessant ist die Leistung des ATI-Grafikchips (R500) der Xbox 2: Er ist ein Abkömmling der für nächstes Jahr geplanten Highend-Desktop-Lösung R520 (Codename „Fudo“) – und die soll mehr als doppelt so schnell sein wie die derzeit besten Radeon-Grafikkarten (etwa die X800XT). Das voraussichtlich 256 MByte große RAM steht sowohl der CPU als auch dem Grafikchip zur Verfügung.
Microsoft setzt nicht auf das Format Blu-Ray, sondern wird der ähnlich funktionierenden HD-DVD (High-Definition-/
Density-DVD) den Vorzug geben. Die maximale Kapazität pro Seite und Layer beträgt bei einer HD-DVD-R 15 GByte, bei
einer wiederbeschreibbaren HD-DVD-RW immerhin 20 GByte. Auf doppellagige Medien, die erst ab Mitte 2006 marktreif sein sollen, passen sogar 30 GByte. Zusätzlich wird wahrscheinlich eine Festplatte in der Xbox 2 integriert sein.
Zum Design der Konsole ist derzeit kaum etwas bekannt. Microsofts Vize-Präsident Peter Moore bestätigt zwar, dass „die Xbox 2 deutlich kompakter sein wird als die Xbox“. Weitere Details zur Optik der Spielekonsole bleibt er jedoch schuldig.
So erklärte Microsoft auf weitere Anfragen knapp: „Sie wird nicht vor Herbst 2005 auf den Markt kommen.“ Genauere Informationen zur Xbox 2, zu deren Preis (vermutlich 420 bis 570 Euro) und zu etwaiger Software will der Hersteller ebenfalls erst 2005 herausgeben.
Fakts:
CPU IBM PowerPC (3 Cores; 3,5 GHz)
Grafik ATI R500 (mind. 500 MHz Kerntakt)
RAM evt. 256 MByte; DDR2-RAM
Sound 6 - 8 Kanäle (DTS, Dolby Digital)
Schnittstellen USB 2.0, LAN, evt. W-LAN
Laufwerke HD-DVD-Laufwerk, Festplatte
Spiele-Entwickler: Voll im Zeitplan
Alle großen Spieleschmieden haben bereits Mitte dieses Jahres einige Software-Kracher für die kommenden Konsolen versprochen.
Die Entwickler-Legende Peter Molyneux – er feierte mit Spiele-Highlights wie Populous, Magic Carpet, Dungeon Keeper und Black & White weltweite Erfolge – hat angekündigt, zum Verkaufsstart von Xbox 2 und Playstation 3 Spiele zu liefern, die alles bisherige „in den Schatten stellen“. Zahlreiche Gerüchte ranken sich zudem um eine mögliche Fortsetzung der auf Playstation 1 und 2 erfolgreichen Rennspiel-Reihe Gran Turismo: Der Hersteller Polyphony werkelt angeblich an einer Playstation-3-Version. Electronic Arts wird außerdem seine beliebte Sports-Game-Serie auf die Next-Generation-Konsolen portieren. Weitere Spielefirmen wie Climax, Digital Extremes oder THQ arbeiten ebenfalls an diversen Spielen.
Was macht eigentlich Nintendo?
Von Nintendo, dem dritten wichtigen Konsolenhersteller, hört man derzeit wenig. Zum Game-Cube-Nachfolger gibt es nur eine Handvoll Gerüchte.
So viel ist jedoch klar: Er wird im Verborgenen unter dem Codenamen „Revolution“ entwickelt – und womöglich als Game Cube 2 gleichzeitig mit Sonys Playstation 3 ab Anfang 2006 in den Läden stehen. Technische Details oder Bilder dazu existieren allerdings nicht. Japanische Medien glauben aber, dass ein Prototyp der Konsole auf der Messe E3 im Mai 2005 in den USA zu sehen sein wird.
Ob Nintendos Projekt gegen Xbox 2 und Playstation 3 bestehen kann, wird ohnehin nicht die Hardware entscheiden, sondern das Software-Angebot. Denn letztlich verkauft sich die Konsole am besten, die mit dem größten Spiele-Portfolio auftrumpfen kann.

