Das Fußballjahr 2005
Verfasst: 19.01.2005, 15:33
Januar:
Die Fußball-Bundesliga geht in die Rückrunde - weiter ohne Reiner
Calmund.
Die diversen Manager-Angebote muss er aus Zeitgründen ausschlagen. Bei RTL ist er nach seinem Einstand als "Big Boss" so präsent wie sonst nur Günther Jauch. Calmund ist jetzt auch "Der Bachelor II", "Richter Reiner Calmund", "Der Erpel" (RTL-Antwort auf die Pro-Sieben-Reihe "The Swan") und moderiert die neue Diät- und Gourmet-Show GZSZ ("Gute Zentner, schlechte Zentner").
Der FC Bayern hat ein nicht ganz geglücktes Trainingslager in Dubai
hinter sich. Der Flieger kann nicht planmäßig starten, weil er überladen ist - die drei Tonnen Medizinbälle und Bleiwesten werden Felix Magath erst zwei Tage später mit einer Frachtmaschine nachgeliefert. Bei den Spielern kommt der dreimal täglich angesetzte Treppenhauslauf im welthöchsten Hotel Burj Al Arab (Magath: "Wallberg ist überall") nicht so gut an - außer bei Hasan Salihamidzic, der sich somit den Stammplatz für die Rückrunde sichert.
Februar:
Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff bietet den Spielern vor der
Partie gegen Argentinien einen unterhaltsamen Quizabend mit Günther
Jauch an. Doch das Thema "Wer wird Millionär?" langweilt die Mannschaft.
Allgemeiner Tenor: "Da brauche ich keine Fragen zu beantworten, da
spiele ich lieber drei Monate Fußball".
März:
Das große Champions-League-Duell zwischen FC Bayern und Arsenal
respektive Oliver Kahn und Jens Lehmann verläuft anders als erwartet. Weil Lehmann nur Reservist ist, verzichtet auch Kahn auf seinen Einsatz: "Ich will zeigen, dass ich in jeder Situation besser als Jens bin." Er setzt sich auf die Bank. Lehmann und Kahn liefern sich einen erbitterten Wettstreit im verächtlich Kaugummi bearbeiten, im in die Wolldecke mümmeln und versteinert dreinschauen. Bei Sat.1 gehen zahlreiche Zuschauerbeschwerden ein, weil der Sender 78 Minuten lang Impressionen von der Bank, aber nur 12 Minuten den 3:0-Sieg der Bayern zeigt.
Mai:
Der 6:0-Sieg in Freiburg bringt Schalke 04 nichts, weil der FC Bayern
in Stuttgart in der fünften Minute der Nachspielzeit durch Elfmetertor
nach eine Schwalbe zum 1:1 und somit zum 19. Titel kommt. Im Tränenmeer von Schalker Spielern und Fans bleibt Manager Rudi Assauer ganz gelassen:
"Jetzt sind wir schon der Rekordmeister der Herzen - das kann Bayern nie
erreichen." In München schäumt inmitten der Siegesfeier Uli Hoeneß vor
Zorn auf Assauer: "Da reden wir in drei Jahren nochmals, wer dann
Rekordmeister der Herzen ist."
Turbulenzen gibt es vor der Eröffnung der Allianz-Arena. Die
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen führende Bayern-Köpfe. Sie sollen
den Allianz-Konzern bei der Vergabe der Namensrechte bevorzugt haben. Uli Hoeneß wird vorgeworfen, bereits seit 1971 eine Allianz-Hausratsversicherung zu haben, Franz Beckenbauer soll unter dem Decknamen "Herr Kaiser" lange im Allianz-Außendienst gearbeitet haben.
Heinz Wildmosers Antrag, am 30. Mai in eine Arrestzelle in der neuen
Arena verlegt zu werden, wird abgelehnt. Er darf jedoch in den Abendstunden, wenn in Fröttmaning 1860 gegen den 1. FC Nürnberg spielt, sein Zimmer blau bestrahlen. Am 31. Mai (FC Bayern - Nationalmannschaft) lässt Heinzi das Licht demonstrativ aus.
Juni:
Der Fußball-Weltverband FIFA stoppt Jürgen Klinsmann. Der deutsche
Bundestrainer wollte für den Konföderationen-Pokal drei Plätze im
deutschen Kader in einem Preisausschreiben vergeben, "um unser ganzen Land einzubeziehen".
Beim Turnier wird jedoch auch so ein neuer Star
geboren: Tim Botnanger, 17, von Klinsmann entdeckter deutscher Profi-Lehrling in der vierten englischen Liga, schießt alle Tore zum 3:0 im Finale gegen Brasilien.
In Ungarn wird Lothar Matthäus gefeuert, weil er auf Verbandskosten
10.000 Postkarten für ein DFB-Preisausschreiben abgeschickt hatte - der
Entlassene gründet mit sich selbst eine TFK (Trainerstellen-Findungs-Kommission).
Juli:
Schalkes Stürmerstart Ailton wechselt zum FC Chelsea - die Gegend dort
sei zwar "un desastro", Chelsea-Eigner Abramowitsch habe ihm aber
zugesichert, dass er in Gelsenkirchen wohnen bleiben und pendeln könne.
August:
Wo soll Regionalligist 1860 München seine Punktspiele austragen? Das
Grünwalder Stadion hat in der Abstiegssaison seinen Kultstatus
verloren, und im Verein wächst die Opposition, die mit dem FC Bayern keinesfalls eine Arena ("Rotes Schlauchboot") teilen will. In wehmütiger Erinnerung an glorreiche Bundesligajahre gründet sich der Kreis "Freunde des Olympiastadions".
Jürgen Klinsmann wird einsichtig: "Es geht nicht, die große Sache
Nationalmannschaft nur von Los Angeles aus zu machen", sagt der Schwabe und nimmt endlich einen Zweitwohnsitz - in London.
Oktober:
Die Griechen schaffen auf den letzen Drücker die WM-Qualifikation -
Ausnahmezustand in Athen. Das Staatsfernsehen ruft just zu dieser Zeit
auf zur Wahl des größten Griechen aller Zeiten.
Die Spitzenplätze: 1. Otto Rehhagel, 2. Zeus, 3. Plato, 4. Kenteris, 5. Onassis, 6. Charisteas, 7. Socrates, 8. Melina Mercouri, 9. Theodorakis, 10. Beate Rehhagel.
Lothar Matthäus, noch immer joblos, fordert Regisseur Sönke Wortmann
auf, das "Wunder von Rom", den WM-Sieg von 1990, zu verfilmen - und bietet sich an, sich selbst zu spielen. Der Film, sagt Matthäus, solle auch darüber aufklären, welchen geringen Anteil Jürgen Klinsmann am 90er-Erfolg gehabt hat.
Dezember:
Neuer Streit im DFB: Für den offiziellen WM-2006-Song ist Udo Jürgens
vorgesehen, soch Klinsmann wehrt sich: "Die Spieler brauchen Musik, mit
der sie sich identifizieren können. Wir werden aus ihren Wünschen eine
All-Star-Band bilden." Oliver Bierhoff nimmt umgehend die Verhandlungen
mit den von der Mannschaft gewählten Musikern auf: Anastacia, Die Toten
Hosen, DJ Ötzi, Rammstein, Enrique Iglesias, Hermes House Band, Jennifer Lopez, Sportfreunde Stiller. Sie sollen, so wünscht der Bundestrainer, als "Die Söhne Deutschlands" auftreten.
WM-Auslosung: Der DFB wird 2006 in der Vorrunde gegen Albanien, Mali
und Kanada spielen (Ex-Teamchef Rudi Völler: "Eine Hammergruppe" -
Klinsmann: "Das sind neun Punkte").
Lothar Matthäus fragt in Albanien, Mali und Kanada um einen Job an.
Die Fußball-Bundesliga geht in die Rückrunde - weiter ohne Reiner
Calmund.
Die diversen Manager-Angebote muss er aus Zeitgründen ausschlagen. Bei RTL ist er nach seinem Einstand als "Big Boss" so präsent wie sonst nur Günther Jauch. Calmund ist jetzt auch "Der Bachelor II", "Richter Reiner Calmund", "Der Erpel" (RTL-Antwort auf die Pro-Sieben-Reihe "The Swan") und moderiert die neue Diät- und Gourmet-Show GZSZ ("Gute Zentner, schlechte Zentner").
Der FC Bayern hat ein nicht ganz geglücktes Trainingslager in Dubai
hinter sich. Der Flieger kann nicht planmäßig starten, weil er überladen ist - die drei Tonnen Medizinbälle und Bleiwesten werden Felix Magath erst zwei Tage später mit einer Frachtmaschine nachgeliefert. Bei den Spielern kommt der dreimal täglich angesetzte Treppenhauslauf im welthöchsten Hotel Burj Al Arab (Magath: "Wallberg ist überall") nicht so gut an - außer bei Hasan Salihamidzic, der sich somit den Stammplatz für die Rückrunde sichert.
Februar:
Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff bietet den Spielern vor der
Partie gegen Argentinien einen unterhaltsamen Quizabend mit Günther
Jauch an. Doch das Thema "Wer wird Millionär?" langweilt die Mannschaft.
Allgemeiner Tenor: "Da brauche ich keine Fragen zu beantworten, da
spiele ich lieber drei Monate Fußball".
März:
Das große Champions-League-Duell zwischen FC Bayern und Arsenal
respektive Oliver Kahn und Jens Lehmann verläuft anders als erwartet. Weil Lehmann nur Reservist ist, verzichtet auch Kahn auf seinen Einsatz: "Ich will zeigen, dass ich in jeder Situation besser als Jens bin." Er setzt sich auf die Bank. Lehmann und Kahn liefern sich einen erbitterten Wettstreit im verächtlich Kaugummi bearbeiten, im in die Wolldecke mümmeln und versteinert dreinschauen. Bei Sat.1 gehen zahlreiche Zuschauerbeschwerden ein, weil der Sender 78 Minuten lang Impressionen von der Bank, aber nur 12 Minuten den 3:0-Sieg der Bayern zeigt.
Mai:
Der 6:0-Sieg in Freiburg bringt Schalke 04 nichts, weil der FC Bayern
in Stuttgart in der fünften Minute der Nachspielzeit durch Elfmetertor
nach eine Schwalbe zum 1:1 und somit zum 19. Titel kommt. Im Tränenmeer von Schalker Spielern und Fans bleibt Manager Rudi Assauer ganz gelassen:
"Jetzt sind wir schon der Rekordmeister der Herzen - das kann Bayern nie
erreichen." In München schäumt inmitten der Siegesfeier Uli Hoeneß vor
Zorn auf Assauer: "Da reden wir in drei Jahren nochmals, wer dann
Rekordmeister der Herzen ist."
Turbulenzen gibt es vor der Eröffnung der Allianz-Arena. Die
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen führende Bayern-Köpfe. Sie sollen
den Allianz-Konzern bei der Vergabe der Namensrechte bevorzugt haben. Uli Hoeneß wird vorgeworfen, bereits seit 1971 eine Allianz-Hausratsversicherung zu haben, Franz Beckenbauer soll unter dem Decknamen "Herr Kaiser" lange im Allianz-Außendienst gearbeitet haben.
Heinz Wildmosers Antrag, am 30. Mai in eine Arrestzelle in der neuen
Arena verlegt zu werden, wird abgelehnt. Er darf jedoch in den Abendstunden, wenn in Fröttmaning 1860 gegen den 1. FC Nürnberg spielt, sein Zimmer blau bestrahlen. Am 31. Mai (FC Bayern - Nationalmannschaft) lässt Heinzi das Licht demonstrativ aus.
Juni:
Der Fußball-Weltverband FIFA stoppt Jürgen Klinsmann. Der deutsche
Bundestrainer wollte für den Konföderationen-Pokal drei Plätze im
deutschen Kader in einem Preisausschreiben vergeben, "um unser ganzen Land einzubeziehen".
Beim Turnier wird jedoch auch so ein neuer Star
geboren: Tim Botnanger, 17, von Klinsmann entdeckter deutscher Profi-Lehrling in der vierten englischen Liga, schießt alle Tore zum 3:0 im Finale gegen Brasilien.
In Ungarn wird Lothar Matthäus gefeuert, weil er auf Verbandskosten
10.000 Postkarten für ein DFB-Preisausschreiben abgeschickt hatte - der
Entlassene gründet mit sich selbst eine TFK (Trainerstellen-Findungs-Kommission).
Juli:
Schalkes Stürmerstart Ailton wechselt zum FC Chelsea - die Gegend dort
sei zwar "un desastro", Chelsea-Eigner Abramowitsch habe ihm aber
zugesichert, dass er in Gelsenkirchen wohnen bleiben und pendeln könne.
August:
Wo soll Regionalligist 1860 München seine Punktspiele austragen? Das
Grünwalder Stadion hat in der Abstiegssaison seinen Kultstatus
verloren, und im Verein wächst die Opposition, die mit dem FC Bayern keinesfalls eine Arena ("Rotes Schlauchboot") teilen will. In wehmütiger Erinnerung an glorreiche Bundesligajahre gründet sich der Kreis "Freunde des Olympiastadions".
Jürgen Klinsmann wird einsichtig: "Es geht nicht, die große Sache
Nationalmannschaft nur von Los Angeles aus zu machen", sagt der Schwabe und nimmt endlich einen Zweitwohnsitz - in London.
Oktober:
Die Griechen schaffen auf den letzen Drücker die WM-Qualifikation -
Ausnahmezustand in Athen. Das Staatsfernsehen ruft just zu dieser Zeit
auf zur Wahl des größten Griechen aller Zeiten.
Die Spitzenplätze: 1. Otto Rehhagel, 2. Zeus, 3. Plato, 4. Kenteris, 5. Onassis, 6. Charisteas, 7. Socrates, 8. Melina Mercouri, 9. Theodorakis, 10. Beate Rehhagel.
Lothar Matthäus, noch immer joblos, fordert Regisseur Sönke Wortmann
auf, das "Wunder von Rom", den WM-Sieg von 1990, zu verfilmen - und bietet sich an, sich selbst zu spielen. Der Film, sagt Matthäus, solle auch darüber aufklären, welchen geringen Anteil Jürgen Klinsmann am 90er-Erfolg gehabt hat.
Dezember:
Neuer Streit im DFB: Für den offiziellen WM-2006-Song ist Udo Jürgens
vorgesehen, soch Klinsmann wehrt sich: "Die Spieler brauchen Musik, mit
der sie sich identifizieren können. Wir werden aus ihren Wünschen eine
All-Star-Band bilden." Oliver Bierhoff nimmt umgehend die Verhandlungen
mit den von der Mannschaft gewählten Musikern auf: Anastacia, Die Toten
Hosen, DJ Ötzi, Rammstein, Enrique Iglesias, Hermes House Band, Jennifer Lopez, Sportfreunde Stiller. Sie sollen, so wünscht der Bundestrainer, als "Die Söhne Deutschlands" auftreten.
WM-Auslosung: Der DFB wird 2006 in der Vorrunde gegen Albanien, Mali
und Kanada spielen (Ex-Teamchef Rudi Völler: "Eine Hammergruppe" -
Klinsmann: "Das sind neun Punkte").
Lothar Matthäus fragt in Albanien, Mali und Kanada um einen Job an.