Fondszeichner retten Borussia Dortmund
Verfasst: 14.03.2005, 15:48
Quelle: spiegel.deClubkrise
Fondszeichner retten Borussia Dortmund
Der sechsfache deutsche Fußballmeister Borussia Dortmund ist vorerst gerettet. Die Anlegerversammlung des Stadionfonds Molsiris gab am Montag in Düsseldorf grünes Licht für das Konzept zur Sanierung des hoch verschuldeten Bundesligisten.
Düsseldorf - Auf der Versammlung des Stadionfonds votierte eine deutliche Mehrheit des vertretenen Kapitals für den BVB-Antrag. Nach Angaben von mehreren Teilnehmern stimmten die Anleger mit 95 Prozent der Rettung zu.
Damit ist die Liquidität des Vereins vorerst gesichert und eine wichtige Grundlage zur Erteilung der Lizenz für die kommende Saison geschaffen. Borussia Dortmund muss die entsprechenden Unterlagen am Dienstag bis 14.00 Uhr bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) einreichen.
Zu Beginn des Treffens waren die zur Beschlussfähigkeit notwendigen 15 Prozent der Anteile im Event-Center des Düsseldorfer Flughafens vertreten. Davon mussten wiederum mindestens 75 Prozent den vorgeschlagenen Maßnahmen zustimmen.
Dazu gehört der angestrebte Teilrückkauf der WM-Arena durch die Borussia und eine Stundung der millionenschweren Mietzahlungen für die Jahre 2005 und 2006. Zudem sollten Anteilseigner der Freigabe eines 51,8 Millionen Euro schweren Bardepots zustimmen, mit dem 2017 der Stadionrückkauf durch den BVB finanziert werden sollte. Neun Millionen Euro aus diesem bislang gesperrten Depot sollen den laufenden Spielbetrieb sichern. Mit den restlichen 42,8 Millionen Euro will der Fußball-Bundesligist von den Eignern genau 42,8 Prozent der Stadionanteile zurückkaufen. Für die restlichen Anteile der Eigner soll der Vertrag planmäßig bis 2017 weiterlaufen.
Der Rückkauf galt als einer der wichtigsten Komponenten des Sanierungsplans, mit dem der Club die Insolvenz abwenden will. Im vergangenen Monat hatte der BVB in einer Ad-hoc-Mitteilung eine "existenzbedrohende Ertrags- und Finanzsituation" eingeräumt und für die Spielzeit 2004/05 einen drohenden Gesamtverlust von 68,8 Millionen Euro prognostiziert. Die meisten Gläubiger konnten bereits zu einer Stundung der Kreditrückzahlungen überredet werden - und sicherten dem Verein sogar zusätzliche sechs Millionen Euro zu.
Verhaltener Optimismus vor der Versammlung
Die Vertreter von Borussia Dortmund waren mit verhaltener Zuversicht in die Versammlung gegangen. "Wir haben keine verlässliche Wasserstandsmeldung", sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball, der zusammen mit Geschäftsführer Hans- Joachim Watzke gekommen war.
Nicht erschienen war BVB-Manager Michael Meier, der zurzeit die Lizenzunterlagen für die Saison 2005/2006 vorbereiten soll. Sie müssen an diesem Dienstag bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) eingereicht werden.
Die zur Commerzbank-Gruppe gehörende Fondsgesellschaft Molsiris hat das Dortmunder Westfalenstadion vor zwei Jahren zu 94 Prozent übernommen und an Borussia Dortmund vermietet.
Die restlichen sechs Prozent hält der BVB über seine Sportartikelfirma Goool. Die 5800 Anleger haben jeweils zwischen 5000 und 100.000 Euro investiert. Unter ihnen ist auch der Dortmunder Abwehrspieler Christoph Metzelder.
