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Thomas Riedl: "Mit Gerets wären wir abgestiegen"
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Thomas Riedl redet nicht drum herum, wie viel für den 1. FCK in Rostock auf dem Spiel steht: "Ohne Punkt dürfen wir nicht heimkommen."
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Gleichwohl weiß er, wie schwer es für das Schlusslicht wird, die vierte Niederlage zu verhindern. "Die Stimmung ist etwas gedrückt. Wir stehen eben mit dem Rücken zu Wand." -
Einer, der das noch stark wankende Gerüst des neuen 1. FCK stabilisieren könnte, ist Marco Engelhardt. Nach drei Spielen Sperre gibt der 23-Jährige nun sein Bundesligadebüt im defensiven Mittelfeld. Auf Kosten von Riedl? In Rostock wohl kaum. Denn der laufstarke Kämpfer, als Eigengewächs seit jeher in der Diskussion auf dem Betzenberg, ist einer der wenigen Lauterer mit konstanter Leistung.
3,50 - einen besseren kicker-Notenschnitt hat kein Pfälzer Feldspieler in dieser Runde. Würde Riedl seine Rolle im zentralen Mittelfeld immer derart überzeugend ausfüllen wie gegen Stuttgart, als er Hleb ausschaltete und zudem im Spiel nach vorne Akzente setzte, wäre sein Platz im Team gewiss ungefährdet. Seinen Formanstieg führt er mit auf die Rückendeckung durch Kurt Jara zurück. Umso mehr bedrückt ihn, dass der Trainer durch den Fehlstart in der Kritik steht: "Er hatte von Anfang an einen schweren Stand in Kaiserslautern. Dabei hat er uns gerettet. Mit Erik Gerets wären wir sicher abgestiegen. Jara ist kein Schauspieler, er ist immer geradeaus."
Riedl zählt ebenfalls zu den Typen, die geradeaus sind. Er weiß, dass die Konkurrenz im Mittelfeld durch Engelhardt gewachsen ist. Trotzdem begrüßt er den Einstand des Neuen, zumal mit Mikael Mikic (Innenbandzerrung) und Jochen Seitz (Gesäßmuskelblessur) zwei Mittelfeldkräfte auszufallen drohen. "Wer aus taktischen Gründen zum Opfer fällt, hängt vom Gegner ab. Es kann auch mal mich erwischen. Was allein zählt, ist der Erfolg der Mannschaft."
Geklärt ist Riedls Aufgabenfeld. Nicht einmal im Notfall will er zukünftig als rechter Verteidiger einspringen: "Diese Position war tödlich für mich. Da habe ich mir viele Sympathien verspielt." An der Wiedergutmachung arbeitet Riedl intensiv. Endgültig gelingen wird sie nur, wenn der 1. FCK wieder erfolgreich spielt.
Uli Gerke
Christiansen contra Lienen - jetzt droht eine Abmahnung
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Geknirscht hat es schon länger im Innenverhältnis zwischen Ewald Lienen und seinem Stürmerstar Thomas Christiansen - jetzt ist die Situation eskaliert. Dem Ex-Bochumer droht nach öffentlicher Kritik an Hannovers Coach eine Abmahnung.
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"Die Chemie zwischen mir und dem Trainer ist nicht optimal. Er baut mich nicht auf, sondern ab", wurde Christiansen in "Bild" zitiert. Der Torschützenkönig von 2003 zum kicker über seine Jokerrolle: "Ich denke, ich kann schon sagen, dass ich kein Vertrauen spüre. Ich lese in der Zeitung, dass ich kein Konterstürmer sei, dass ich nicht ins System passe. Das sind ziemliche Schläge für mich und für mein Selbstvertrauen. Das liegt inzwischen nur noch unter der Erde." Die Freigabe erhielt der Däne mit spanischem Pass jedoch nicht, als Rostock kürzlich Interesse bekundet hatte. "Wenn dann eine Anfrage für mich da ist, heißt es, ich bin ein wichtiger Spieler."
Christiansen und Lienen - eine erste Aussprache hatte es bereits in der Sommerpause gegeben. "Der Trainer hatte falsche Informationen wegen meiner Knie-OP im letzten Winter bekommen. Das habe ich richtig gestellt." Dennoch bleibt das Gefühl beim Spieler, "dass da etwas zwischen uns im Raum steht, ohne das einer was dafür kann. Ich weiß auch, dass ich zuletzt nicht gut gespielt habe, aber ist brauche Vertrauen. Unter Neururer und Rangnick habe ich Vertrauen gespürt und meine Tore gemacht".
Lienen reagiert auf die öffentliche Kritik restlos verärgert. "Es ist logisch, dass wir uns als Verein eine Reaktion vorbehalten. Es gibt Regeln, an die sich jeder zu halten hat. Ich habe als Trainer auch sofort am Morgen vor der Mannschaft darauf reagiert." Im Klartext: Vor der gestrigen Trainingseinheit bekam Christiansen deutliche Worte zu hören. Nicht das erste Mal: Schon in der Halbzeit des Tests gegen Aachen hatte Lienen den 31-Jährigen im Kollegenkreis lautstark angegangen.
"Ein Spieler kann nicht die persönliche Situation zum Anlass nehmen, den gesamten Erfolg zu gefährden, in dem er seine Sache öffentlich macht", zürnt Lienen. Manager Ilja Kaenzig stützt den Kurs: "Dieser Weg darf nicht praktiziert werden, sonst funktioniert Mannschaftssport nicht." Gibt es eine Abmahnung? Kaenzigs klarer Fingerzeig: "Wir behalten uns alle Maßnahmen vor." Noch vor dem Freiburg-Spiel werden sich Trainer, Klubführung und Christiansen zusammensetzen und die Strafe festlegen. Dass beide Parteien noch auf einen gemeinsamen Nenner kommen, erscheint höchst fraglich.
Sebastian Wolff
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schön, dass die konkurrenz selber genug probleme hat...haha!
