Hoeneß skeptisch gegenüber Köpke
Auch nach dem Abschied von Sepp Maier als Bundestorwarttrainer hält die Diskussion über die Nummer eins im DFB-Team an. Nicht nur Franz Beckenbauer sieht die Situation nicht als entschärft an
Durch den Abschied von Maier werde die Konkurrenzsituation zwischen den Rivalen Oliver Kahn und Jens Lehmann nicht gelöst, "das Problem ist der Charakter der Beiden", warnte der "Kaiser" bereits am Wochenende. Ginge es nach Beckenbauer liegt Kahn klar vor seinem Dauerkontrahenten Lehmann. "Tatsache ist: Lehmann bot in Teheran eine starke Leistung. Nur: Was hat er in seiner Karriere erreicht? Nichts - außer ein paar Länderspielen und mit Arsenal London die englische Meisterschaft gewonnen", erklärt Beckenbauer und verweist auf die Erfolge Kahns.
Auch Maiers designiertem Nachfolger Andy Köpke schlägt bereits vor der Vertragsunterzeichnung Skepsis aus dem "Bayern-Block" entgegen. Manager Uli Hoeneß befürchtet Nachteile für Kahn. "Ich habe bei Andy Köpke meine Bedenken, weil er kein Freund von Oliver Kahn ist. Bei jeder Kleinigkeit von Oliver in den vergangenen Jahren hat sich Köpke zu Wort gemeldet. Da sehe ich gewisse Probleme und das habe ich auch Oliver Bierhoff mitgeteilt, als wir eine halbe Stunde telefoniert haben", sagte Hoeneß in mehreren Interviews.
Der 42-jährige Köpke will selbst die Diskussion nicht anheizen, sondern verweist auf seine Neutralität. Er werde "absolut objektiv" und "völlig unbelastet" an seine neue Aufgabe herangehen: "Das wird dann auch Uli Hoeneß erkennen."
Den neuen Bundestrainer kennt der Ex-Torhüter schon seit gemeinsamen Zeiten bei der deutschen Olympiaauswahl. Gemeinsam absolvierten 2000 auch den Trainer-Kurzlehrgang für verdiente Nationalspieler. Mit seinen alten Weggefährten Klinsmann und Bierhoff war Köpke bei der Euro 1996 in England maßgeblich am Gewinn des EM-Titels beteiligt. Köpke unterstützt die Strategie Klinsmanns mit vielen Experimenten jedenfalls völlig und findet es auch richtig sich nicht frühzeitig auf eine Nummer eins festzulegen. Köpke will denn auch "nicht vorhersagen, ob Oliver Kahn, Jens Lehmann oder Timo Hildebrand bei der WM zwischen den Pfosten stehen wird", aber auf der Torhüter-Position gebe es ohnehin die wenigsten Probleme: "Auf jeden Fall wird es ein sehr guter Torhüter sein", so Köpke, der sich nach seiner Berufung nicht allein um die Torhüter der A-Nationalmannschaft kümmern soll.
Sepp Maier wünschte seinem Nachfolger unterdessen viel Glück bei seinem neuen Job, räumte allerdings auch ein, dass er "gerne noch eine neunte WM gemacht hätte." Dass sein Ehrgeiz und sein Einsatz pro Kahn ungebremst ist, machte der 60-Jährige aber auch deutlich. "Wir werden beim FC Bayern noch intensiver trainieren, damit Jens Lehmann wirklich keine Chance mehr hat, 2006 zu spielen", kündigte der Weltmeister von 1974 in TV-Interviews an.
Auf der Asien-Reise des DFB wird Lehmann auf jeden Fall fehlen, da die englische Premier League keine Winterpause macht und er bei seinem FC Arsenal bleiben wird.
Für zusätzliche Aufregung im Zweikampf der Torhüter sorgte Lehmann unterdessen, indem er in Teheran auf Handschuhe des Ausrüsters seines Klubs Arsenal London (Nike) zurückgriff - dabei aber das Logo abdeckte. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und der DFB mussten den 34-Jährigen deshalb nun mitteilen, "dass er in Zukunft wieder die Handschuhe von adidas tragen muss", so DFB-Sprecher Harald Stenger.
Länderspiel Deutschland - Kamerun in Leipzig (20:45) Sonntag
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So, momentan hat ja alles Pause und wir langweilen uns ein bißchen, dafür gibts am Sonntag ein tolles Länderspiel gegen Kamerun 


