Ein sehr intressanter Bericht gefunden auf:
http://www.fanlager.de/fussball-stammti ... 14354.html
„Bei uns gibt es mit die günstigsten Eintrittskarten der Liga“, das ist ein Spruch, den ein Fußballfan immer wieder zu hören bekommt, egal welchem Verein er die Treue hält.
In den letzten Monaten beispielsweise hörte ich Rudi Assauer sagen, dass „Schalke die niedrigsten Eintrittspreise hat“, aber auf Nachfrage kannte er nur die obersten Preiskategorien (welche eher zu den teuersten der Liga zählen), während Jupp Schnusenberg den der Business-Seats und Logen exakt kannte und sich bei den Tageskarten um 10% nach unten verschätzte, jedoch immerhin versprach, dass die Preise in den nächsten Jahren keinesfalls erhöht werden würden.
Da der FC Schalke 04 im letzten halben Jahr zum Thema „Eintrittskarten“ die Diskussion mit seinen Anhängern suchte und um Vorschläge bat, und solche am besten anhand von Fakten realistisch zu gestalten sind, holte ich von allen 18 aktuellen Bundesligisten deren Preismodelle ein. Bei der dann tatsächlich stattfindenden Diskussion mit dem Geschäftsführer von Schalke 04, Peter Peters, mit Fanclub- und Fanclubverband-Vertretern und mit anderen Fans stellte sich für mich heraus, dass die Ansicht, gerade Schalke habe besonders günstige Eintrittspreise, bei allen Beteiligten kaum in Frage gestellt wird. Man reagiert überrascht, bisweilen gar empört, wenn dazu eine andere Meinung vertreten wird.
In der erwähnten Diskussion verwies Peter Peters auf die 9€- und 15€-Kategorien, und der Fanclub-Verband verwies darauf, dass seine Analyse ergeben hätte, dass S04 in der Tat vergleichsweise günstige Karten anböte. Da dies die sowieso vorherrschende Meinung darstellt, und eine andere nirgendwo vorher publiziert worden war, wurde diese Ansicht nicht ernsthaft in Frage gestellt – und dies wiederum hatte natürlich Einfluss auf den Verlauf der weiteren Diskussion, bei der der Großteil der Fans/Fanclubs einer teilweise sehr deutlichen Preiserhöhung für Dauerkarten zustimmte.
Wie sich später herausstellte, gründet sich die Ansicht des Fanclub-Verbandes einzig auf die Eintrittskarten, die er selbst als Gästekarten an Schalker weitergibt, nicht aber auf die tatsächlichen Eintrittpreise der anderen Bundesligisten. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, die Ergebnisse meiner „Datensammlung“ hier einmal darzustellen, in der Hoffnung, etwas Licht in’s Dunkle bringen zu können.
a) Quellen
Die Informationen über die jeweiligen Preise und Kategorien stammen zum größten Teil aus dem Internet. In einigen Fällen musste per Telefon und eMail nachgefragt werden, was sich bisweilen als recht schwierig heraus stellte. So meinte man beim 1.FC Kaiserslautern, man sei „eigentlich nicht befugt, Dauerkartenpreise öffentlich zu nennen“ (Ticket-Hotline), und es mache „keinen Sinn, so etwas oder Mitgliedervorteile auf der Internet-Seite zu veröffentlichen“ (Geschäftsstelle/ Mitgliederverwaltung), bei Hannover96 fand sich auch in mehreren Anläufen bislang niemand, der alle Preise kannte, immerhin konnte man meinen Vermutungen dazu zustimmen. Darüber hinaus sind einige der Informationen nicht komplett, so werden beispielsweise beim VfB Stuttgart drei Preiskategorien definiert, und „nebenbei“ erfährt man dann, dass es für bestimmte Gegner zwei weitere Kategorien gibt, die „irgendwo dazwischen“ liegen, beim MSV Duisburg vergisst man schonmal eine halbe Tribüne in der Preisinformation, beim, 1.FC Nürnberg weiss man noch nicht recht, wie hoch mancher Topspielzuschlag denn sein wird, beim Hamburger SV und dem VfB Stuttgart konnte man sich nicht erinnern, welche Spiele in der Hinrunde zu „Topspielen“ erklärt wurden, und (im Falle HSV) wie hoch der Extra-Aufschlag für Spiele gegen Bayern und Werder war/sein werde. In all diesen Fällen wurden Annahmen getroffen, die vom jeweiligen Verein als „realistisch“ betrachtet wurden. Diese Annahmen wurden (und werden) nach und nach korrigiert, sobald gesicherte Informationen vorlagen – beispielsweise nachdem der Hamburger SV nun seine erstaunlich hohen Preise für das Spiel gegen Werder Bremen veröffentlichte.
Generell ist zu sagen: die meisten der angesprochenen Vereine waren hilfsbereit, wobei insbesondere der MSV Duisburg sich hervortat.
Als sehr nützlich, wenn auch leider mit erheblichem Aufwand verbunden, erwies sich die inzwischen bei vielen Vereinen eingeführte Möglichkeit der Online-Ticket-Bestellung. Nur so ließen sich beispielsweise die Preise auf der „verschwundenen MSV-Tribüne“ ermitteln, und so konnte auch erkannt werden, wenn die im Internet publizierte Kategorisierung der Gegner beim tatsächlichen Ticket-Verkauf nicht eingehalten wurde (natürlich gab es in diesen Fällen mehr „Topspiele“ als angekündigt – offenbar geht man davon aus, dass Tageskarten-Käufer das sowieso nicht merken).
Die verwendeten Werte beziehen sich auf die Saison 2005/2006, mit Ausnahme von Eintracht Frankfurt und FC Schalke 04, wo bereits die Preise der kommenden Saison verwendet werden. In beiden Fällen blieben die Tageskarten-Preise unverändert.
b) Vorgehen
Ein Vergleich der Preise bei 18 verschiedenen Vereinen birgt einige Probleme. Es fängt damit an, dass die Stadien völlig unterschiedlicher Natur sind. Laufbahn oder nicht? Überdacht oder nicht? Tribüne mit einem, zwei, oder gar drei Rängen? Selbst bei architektonisch sehr ähnlichen Stadien unterscheidet sich die Einteilung der Blöcke in Preiskategorien bisweilen massiv, reicht vom klassischen „Pyramiden-Modell“ (zB 1.FC Köln) über „Schachtel“ (zB MSV Duisburg) bis zu „Spaghetti-Wahnsinn“ (Borussia Dortmund).
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Preisvergleich 1.Bundesliga (Eintrittspreise)
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