Hit in Stuttgart - Zittern auf Schalke
16 Teams sind noch im Rennen. Brisant wird es in nahezu allen acht Stadien. Der Pokal-Hit steigt allerdings in Stuttgart, wo der Titelverteidiger Bayern München beim Süd-Gipfel vor einer sehr ernsten Herausforderung steht. Doch auch der FC Schalke 04 steht in Jena vor einer schweren Aufgabe. Die Thüringer machten sich nicht erst in dieser Spielzeit einem Namen als "Pokalschreck".
Wiedersehen: Bayerns Luca Toni (li.) trifft erneut auf Stuttgarts Serdar Tasci.
In der vergangenen Saison scheiterte Jena nach Erfolgen über Titelverteidiger Nürnberg und Finalist Stuttgart erst im Halbfinale beim BVB, in dieser Spielzeit mussten die Zweitligisten Kaiserslautern und Frankfurt die Segel streichen. Der kriselnde FC Schalke ist also gewarnt vor dem Pflichtspielauftakt im Jahr 2009. Die Partie im Ernst-Abbe-Sportfeld wird kein Selbstläufer für den Tabellensiebten der Bundesliga. Zumal sich die Rutten-Elf auch im letzten Testspiel gegen 1860 München (2:2) als leblose Ansammlung von Einzelspielern präsentierte. Eine Aufbruchstimmung nach der verkorksten Hinserie ist nicht zu erkennen. Große personelle Alternativen hat Rutten nicht. Auf Grund einiger Verletzungen stellt sich das Team fast von selbst auf.
Ebenfalls um 19 Uhr empfängt der Hamburger SV Zweitligist 1860 München. Beide Teams müssen nach der Winterpause den Abgang eines wichtigen Mittelfeldspielers verkraften. Den HSV verließ de Jong für 20 Millionen Euro Richtung Manchester City, 1860 muss Timo Gebhart ersetzen, der für 3,3 Millionen zum VfB Stuttgart ging. Zumindest im Pokalspiel und damit im ersten Teil der "Münchner Woche" kann HSV-Coach Martin Jol mit Goalgetter Ivica Olic planen, der für den Ligaauftakt gegen Bayern am Freitag gesperrt ist. Bei den "Löwen" winken den Winterneuzugängen Sascha Rösler und Stefan Aigner Plätze in der Startelf.
Um 20.30 Uhr rollt der Ball in zwei weiteren Partien. Dabei steht das absolute Topspiel zwischen dem VfB Stuttgart und Titelverteidiger Bayern München auf dem Programm. Im letzten Spiel vor der Winterpause trennte man sich nach einer turbulenten Partie 2:2-Unentschieden. Diesmal haben die Schwaben mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Am Montag musste auch noch Angreifer Cacau passen, der mit einer Nierenkolik in die Klinik eingeliefert wurde. Daneben bereitet Teamchef Markus Babbel vor allem die Abwehr Probleme. Bayern-Coach Jürgen Klinsmann kann dagegen bei dem Besuch in der alten Heimat - bis auf Daniel van Buyten - personell aus dem Vollen schöpfen. Offen ist, ob der im Ligaspiel des Feldes verwiesene Oddo, der drei Bundesligaspiele gesperrt ist, oder Lell rechts verteidigt.
Heißes Duell der Zweitligisten
In der zweiten Begegnung treffen mit dem SC Freiburg und Mainz 05 zwei ambitionierte Zweitligisten aufeinander. Der Tabellendritte aus dem Breisgau bangt noch um den Einsatz von Stammkeeper Pouplin, dessen Einsatz sich kurzfristig entscheidet. Tabellenführer Mainz steht mit Bancé nur ein Angreifer zur Verfügung. Deshalb dürfte Trainer Jörn Andersen wohl auf ein 4-1-4-1-System setzen.
Enge Duelle: BVB-Torhüter Roman Weidenfeller (li.) gegen Bremens Angreifer Claudio Pizarro.
Am Mittwoch beginnt um 19 Uhr Teil II des Achtelfinales. Das Topduell steigt in Dortmund, wo Werder Bremen gastiert. Auf Seiten der Klopp-Elf steht Winterzugang Kevin-Price Boateng vor seinem Pflichtspieldebüt. Der in der Liga gesperrte Tamas Hajnal darf im DFB-Pokal ran und wird hinter den Spitzen spielen. Mit Nelson Valdez und Mohamed Zidan brennen gleich zwei Angreifer neben dem Schweizer Alex Frei auf einen Einsatz gegen den Ex-Klub von der Weser. Bremens Coach Thomas Schaaf plagen derweil Personalsorgen. Hinter Naldo (Rückstand nach Problemen an Achillessehne und Wade) steht ein Fragezeichen, für ihn könnte Frank Baumann in die Abwehr rücken. Clemens Fritz steht nach überstandener Grippe wieder zur Verfügung und kann ebenso mitwirken wie der griechische Neuzugang Alexandros Tziolis.
Kießling sinnt auf Revanche
Zeitgleich messen Leverkusen und Cottbus in der BayArena die Kräfte. Dieses Duell gab es auch zum Hinrundenabschluss in der Liga, als die Lausitzer dem Favoriten ein 1:1 abtrotzten. Bayer sinnt auf Revanche. "Wir wollen beweisen, dass es ein Ausrutscher war", sagt Angreifer Stefan Kießling. Energie hofft auf mehr Durchschlagskraft durch Winterzugang Jan Rajnoch, der sein Pflichtspieldebüt geben wird. Ein Fragezeichen steht noch hinter Timo Rost, der über Knieprobleme klagt.
Die beiden letzten Viertelfinalplätze werden ab 20.30 Uhr ausgespielt. Zweimal heißt es dabei: Oberhaus gegen Unterhaus. Der VfL Wolfsburg ist Gastgeber des Ex-Bundesligisten Hansa Rostock, der Karlsruher SC empfängt den SV Wehen Wiesbaden, den Tabellenvorletzten der Zweiten Liga.
Okubo von Beginn an? Magath überlegt noch
Bei den "Wölfen" hat der japanische Neuzugang Yoshito Okubo seinen Trainer Felix Magath bisher sowohl hinter den Spitzen als auch im Angriff überzeugt. Allerdings weist er noch konditionellen Rückstand auf, so dass ein Platz in der Startelf noch fraglich ist. Rostock hofft auf die rechtzeitige Freigabe durch den finnischen Verband, dann könnte Neuzugang Henri Myntti erstmals auf Torejagd gehen. Zwischen den Pfosten herrscht ein neuer Konkurrenzkampf. Stefan Wächter ist vom Kreuzbandriss genesen und greift Hinrunden-Keeper Jörg Hahnel an. Trainer Dieter Eilts hält sich diese Personalie noch offen.
KSC-Trainer Edmund Becker stehen mit den Winterneuzugängen Marco Engelhardt und Giovanni Federico zwei Wildpark-Rückkehrer zur Verfügung. Auf Toni da Silva (Erkältung) sowie Sebastian Freis und Christian Eichner (beide Trainingsrückstand) kann der Coach dagegen nur bedingt setzen, was die Chancen von Lars Stindl, Christian Timm und Bradley Carnell auf einen Platz in der Startelf beträchtlich erhöht. Wehen Wiesbaden tritt mit einem neuen Trainer, aber mit altem System an. Wolfgang Frank hält am 4-4-2 seines Vorgängers Christian Hock fest. Allerdings mit zum Teil neuem Personal. So dürfen sich die Zugänge Fabian Schönheim und Marcel Ziemer auf einen Platz in der Startformation freuen.