14.09.2004
Wer vom Mythos Borussia Mönchengladbach spricht und von der Fohlen-Elf schwärmt, der kommt an ihm nicht vorbei: Günter Netzer. Wie kein anderer verbinden sich mit seinem Namen die Legenden um die tollen Spiel der ruhmreichen Weisweiler-Mannschaft. Netzer ist ein Kind Mönchengladbachs, am 14. September 1944 wurde er hier geboren. Heute wird Günter Netzer 60 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!
Genau 60 Jahre ist es her, da erlebte die Stadt Mönchengladbach eine ereignisreiche Woche. Deutschland lag im Krieg, seit fünf Jahren schon, und wie so viele andere deutsche Großstädte war auch Mönchengladbach zunehmenden Luftangriffen der alliierten Streitkräfte ausgesetzt. Eine der schlimmsten Bombennächte musste die Stadt am 19. September 1944 überstehen. Mönchengladbach sank in Schutt und Asche, viele Menschen starben.
Fünf Tage zuvor, am 14. September 1944 morgens um 5.20 Uhr, war im Krankenhaus Maria Hilf Günter Theo Netzer zur Welt gekommen. 3.650 Gramm schwer, 57 Zentimeter groß. In den Kellern des Krankenhauses suchte Barbara Netzer, die Mutter des kleinen Günter, damals Schutz vor den nächtlichen Bombenangriffen. Ihr und ihrem Baby passierte nichts, auch nicht, als Wochen später hinter der Wohnzimmerwand des Hauses Netzer in der Gasthausstraße 31 eine Fliegerbombe landete, zum Glück aber als Blindgänger.
Mit 20 schon der Kopf der Mannschaft
Heute also wird dieser Günter Netzer 60 Jahre alt. Der vielleicht berühmteste Sohn der Stadt ist längst in der Schweiz heimisch geworden. Im Sommer 1973 verließ Netzer Borussia, um sich Real Madrid anzuschließen. Von dort ging er später zu den Grasshoppers Zürich, nach seiner Karriere stieg er zunächst als Manager beim Hamburger SV ein, um sich Jahre später beruflich und privat endgültig in der Schweiz niederzulassen. Der Abschied von Borussia Mönchengladbach war damals endgültig und auch der Stadt Mönchengladbach kehrte Netzer damals – von gelegentlichen Besuchen abgesehen – für immer den Rücken. Günter Netzer war damals noch nicht ganz 30 Jahre alt und längst ein gefeierter Star.
Dass eine große Karriere vor diesem Spieler liegen würde, ahnte man in Gladbach schon, als Netzer seinen 20. Geburtstag feierte. Borussia spielte damals noch in der Regionalliga. Am Tag vor Netzers 20. Geburtstag spielte der VfL am Bökelberg gegen Fortuna Düsseldorf. Schon damals zog dieses Derby die Massen an, das Stadion war ausverkauft und Borussia verlor 1:2. Nach fünf Siegen hintereinander war es die erste Niederlage der Saison, die den VfL aber nicht aus der Reihe warf. Angeführt von Netzer, den der neue Trainer Hennes Weisweiler vom Linksaußen zum Mittelfeldspieler umfunktioniert hatte, stürmte die Mannschaft zur Meisterschaft in der Regionalliga West und schaffte anschließend in der Aufstiegsrunde den Sprung die Bundesliga.
160 Mark im Monat
Günter Netzer stand damals ganz am Anfang seiner Karriere. Gerade 20 Jahre alt war er dennoch eine Führungsfigur der Mannschaft und schoss 17 Tore. Zu Borussia war als 18-Jähriger im Sommer 1963 gekommen. Nach langen Verhandlungen mit Netzers Vater Christian schaffte es Borussia, den vielversprechenden Kicker an den Bökelberg zu locken. Netzers erster Vertrag enthielt ein Grundgehalt von 160 Mark im Monat. Beinahe wäre der gebürtige Gladbacher bei Fortuna Düsseldorf gelandet. „Ich war fest entschlossen, dort zu unterschreiben“, verriet Günter Netzer in einer seiner ersten Biographien. „Die haben mich mit einem tollen Vertrag und einer Weltreise nach Amerika und Japan gelockt, an der ich teilnehmen sollte.“ Zum Glück für Borussia ließ der damalige Fortuna-Präsident Dr. Recht einen Gesprächstermin platzen. Günter Netzer unterschrieb bei Borussia. Und wurde zum wohl populärsten Spieler, den der Verein bis heute hervorbrachte.
Da wünsch ich doch alles gute





