Robinho - Brasiliens Jungstar - Mutter vermisst
Verfasst: 10.11.2004, 14:02
Schade das solche Knaller nicht in die Bundesliga wechseln, das ist nen richtiger Fummler, macht Laune dem zuzugucken.München - Die sportliche Zukunft in trockenen Tüchern, die private dagegen ungewisser denn je: Während Brasiliens kommender Star Robinho um das Leben seiner am Samstag entführten Mutter bangt, unterschrieb der 20-Jährige offenbar einen Vertrag bei Real Madrid.
Wie Spaniens großer TV-Privatsender "Antena 3" am Dienstagabend vermeldete, hat der spanische Rekordmeister den Nationalspieler vom FC Santos für 15 Millionen Euro verpflichtet.
Santos-Boss: "Robinho bleibt"
Robinho wird aber angeblich erst im Sommer 2005 zu den "Königlichen" wechseln. Denn während noch eine offizielle Bestätigung des Transfers aussteht, bemüht sich Santos-Präsident Marcelo Teixeira, der Meldung den Wind aus den Segeln zu nehmen.
"Ich garantiere, dass Robinho nicht vor Juli 2005 den Klub verlässt. Es gibt keine Vorverträge mit Benfica Lissabon, PSV Eindhoven, Real oder irgendeinem anderen Klub", tönte der Klub-Boss noch am Dienstagmorgen.
Allerdings waren schon für diese Woche Gespräche zwischen Real, Santos und Robinhos Spieleragenten in der iberischen Hauptstadt vereinbart worden.
Gesinneswandel durch sattes Gehalt?
Erst im letzten Jahr hatte der frühere Klub von Weltstar Pele den Vertrag mit seinem "Juwel" bis 2008 verlängert und eine vorzeitige Ablöse von 50 Millionen US-Dollar festgelegt.
Doch nicht nur die angeblichen Gehaltszahlungen von 1,5 Millionen Euro im ersten Jahr und jeweils 2 Millionen in den beiden folgenden Spielzeiten haben Robinho offensichtlich umgestimmt.
Seit der Entführung seiner Mutter am Samstag will der Jungstar so schnell wie möglich seiner Heimat den Rücken kehren. Zumal sich die Geiselnahme zu einem mysteriösen Verbrechen entwickelt.
Von Robinhos Mutter fehlt jede Spur
Von den Entführern und Robinhos Mutter Marina Lima de Souza fehlt bislang jede Spur. Da es vom Opfer weiter kein Lebenszeichen gibt, öffnen sich aber für Spekulationen Tür und Tor.
Robinho beschränkte sich bei seiner kurzen Presseerklärung am Dienstag lediglich auf eine Aufforderung an die anwesenden Journalisten, im Geiseldrama mehr Rücksicht auf seine Familie zu nehmen.
"Ihr seid die ganze Zeit vor meinem Haus, das ist nicht okay. Außerdem laufen im Fernsehen Geschichten über Erpressung und Rache, die nicht der Wahrheit entsprechen", bat Robinho. Laut Santos' Vizepräsident Norberto Moreira da Silva nimmt der Youngster zurzeit Beruhigungsmittel.
Zahlreiche Fragen ungeklärt
Die Geiselnahme am Samstag gegen 21.00 Uhr in einem Haus im Strandort Praia Grande vor den Toren Santos wirft indes weiter zahlreiche Fragen auf.
Die beiden nicht maskierten Entführer mussten bei der Überwältigung von Marina Lima sowie dreier Bekannter erst fragen, wer Robinhos Mutter sei. Anschließend flohen sie nicht im eigenen Auto, sondern im Wagen der 43-Jährigen.
Rache-Tat der Nachbarn?
Auch die andauernde Funkstille bestärkt nicht unbedingt den Verdacht einer Entführung mit Lösegeld-Forderung. So machen schon Gerüchte die Runde, dass sich ehemalige Nachbarn von Robinho am Talent rächen wollen.
Denn dieser soll laut Informationen aus Polizeikreisen vor zwei Monaten die regelmäßigen kleineren Zahlungen an seine Bekannten aus dem Stadtviertel, wo er aufgewachsen ist, eingestellt haben. Es folgten schnell erste Drohungen.
Santos schwächelt
Die Entführung hat zumindest schon Einfluss auf das sportliche Umfeld Robinhos. Santos verlor am Sonntag ohne den Jung-Nationalspieler, der mit 21 Toren Zweiter der "Brasileiro"-Torschützenliste ist, durch das 1:1 bei Criciuma sechs Spieltage vor Saisonschluss die Tabellenführung.
Für das Viertelfinal-Rückspiel in der Copa Libertadores, der südamerikansichen Champions League, am MIttwoch gegen Universitaria aus Ekuador gab Trainer Wanderley Luxemburgo seinem Star eine Auszeit.
